Die meisten Kreditkarten in der Schweiz funktionieren zunächst wie eine Zahlkarte mit Aufschub: Sie bezahlen den Monat auf Rechnung, und wenn Sie die Rechnung vollständig und fristgerecht begleichen, fallen keine Zinsen an. Teuer wird es erst, wenn Sie nur einen Teil zahlen. Dann wird der Rest zum Kredit, und es fallen Zinsen an, die zu den höchsten im Konsumkreditbereich gehören. Dasselbe gilt für ein überzogenes Privatkonto.
Für Kreditkarten mit Teilzahlungsoption und Überziehungskredite gilt ein eigener, höherer Höchstzins als für Barkredite. Weil die Mindestzahlung oft nur einen kleinen Teil des Saldos abdeckt, kann sich die Rückzahlung über Jahre hinziehen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Teilzahlung und Kontoüberzug funktionieren, was sie kosten und wie Sie einen Kartensaldo am schnellsten und günstigsten loswerden.
Aktualisiert: 14. Oktober 2026 · Quellen: Konsumkreditgesetz (KKG), EJPD (Höchstzinssatz 2026), Schweizerische Bankiervereinigung (Merkblatt KKG)
Kurz erklärt
- Wer die Kartenrechnung jeden Monat vollständig bezahlt, zahlt keine Kartenzinsen.
- Für Teilzahlung und Überziehungskredite gilt seit 1. Januar 2026 ein Höchstzins von 12 %, für Barkredite 10 %.
- Die Mindestzahlung legt der Herausgeber fest. Wer nur sie zahlt, ist oft jahrelang verschuldet.
- Für stillschweigend geduldete Kontoüberzüge besteht kein Widerrufsrecht nach KKG.
- Ein Privatkredit zum Ablösen des Saldos ist meist günstiger, wenn die Karte danach nicht wieder belastet wird.
Rechner: Wie lange dauert die Rückzahlung Ihres Kartensaldos?
Kartenschulden-Rechner: Mindestzahlung oder fester Betrag?
Wie lange dauert die Rückzahlung eines Kartensaldos, und was kostet sie?
Vereinfachte Berechnung mit monatlicher Verzinsung des Saldos (Jahreszins ÷ 12), ohne neue Einkäufe, Jahresgebühren oder Mahnspesen. Die Mindestzahlung legt jeder Herausgeber selbst fest. Für Kreditkarten mit Kreditoption und Überziehungskredite gilt seit 1. Januar 2026 ein Höchstzins von 12 %. Kein Angebot.
Kreditkarte, Teilzahlung und Kreditoption
In der Schweiz werden Kreditkarten meist so genutzt: Sie bezahlen während des Monats mit der Karte und erhalten danach eine Monatsrechnung. Bezahlen Sie den ganzen Betrag fristgerecht, ist das Geld für einige Wochen zinslos vorgestreckt.
Viele Karten bieten zusätzlich eine Teilzahlungsoption. Sie zahlen dann nur einen Teil, mindestens die Mindestzahlung, und der Rest wird als Kredit weitergeführt. Rechtlich ist das eine Kreditkarte mit Kreditoption und damit ein Konsumkredit nach KKG. Ab diesem Moment fallen Zinsen an. Wann genau die Zinsberechnung beginnt, ob ab Buchungsdatum oder ab Rechnungsdatum, regeln die Bedingungen des Herausgebers. Lesen Sie diese genau.
| Karte | So funktioniert sie | Zinsen |
|---|---|---|
| Kreditkarte, volle Bezahlung | Monatsrechnung, vollständig beglichen | Keine bei pünktlicher Zahlung |
| Kreditkarte mit Teilzahlung | Nur Mindestzahlung, Rest als Kredit | Bis 12 % auf den offenen Saldo |
| Debitkarte | Direkte Belastung des Kontos | Keine, solange das Konto gedeckt ist |
| Prepaidkarte | Nur vorher geladenes Guthaben | Keine, kein Kredit möglich |
Die Mindestzahlung: Warum sie so teuer ist
Die Mindestzahlung ist meist ein kleiner Prozentsatz des Saldos, oft mit einem Mindestbetrag in Franken. Weil sie mit dem Saldo sinkt, wird auch die Rückzahlung immer langsamer. Das Beispiel zeigt, was das bei einem Saldo von CHF 5’000 und 12 % Zins bedeutet:
| Rückzahlung | Dauer | Zinskosten |
|---|---|---|
| Nur Mindestzahlung (3 %, mind. CHF 50) | 7 Jahre 11 Monate | rund CHF 2’010 |
| CHF 150 pro Monat | 3 Jahre 5 Monate | rund CHF 1’110 |
| CHF 250 pro Monat | 1 Jahr 11 Monate | rund CHF 610 |
| CHF 500 pro Monat | 11 Monate | rund CHF 300 |
Rechenbeispiel ohne neue Einkäufe und Gebühren, gerundet. Die Mindestzahlung Ihrer Karte steht auf der Monatsrechnung.
Wer nur die Mindestzahlung leistet, zahlt in diesem Beispiel fast acht Jahre lang und rund 40 % des ursprünglichen Saldos an Zinsen. Kommen neue Einkäufe dazu, sinkt der Saldo gar nicht.
Überziehungskredit auf dem Konto
Beim Überziehungskredit, auch Kontokorrentkredit oder Dispo genannt, dürfen Sie Ihr Privatkonto bis zu einer Limite ins Minus ziehen. Zu unterscheiden sind zwei Fälle:
- Vereinbarte Überziehungslimite: Ein Konsumkredit nach KKG, mit Kreditfähigkeitsprüfung, Höchstzins von 12 % und Widerrufsrecht.
- Stillschweigend geduldete Überziehung: Die Bank lässt ein Minus zu, ohne dass eine Limite vereinbart ist. Auch hier fallen Zinsen an, ein Widerrufsrecht nach KKG gibt es dafür aber nicht.
In der Schweiz sind Überziehungslimiten auf Privatkonten weniger verbreitet als etwa in Deutschland. Viele Banken lassen kein oder nur ein kleines Minus zu und weisen Zahlungen ohne Deckung zurück. Ein Überzug eignet sich höchstens für wenige Tage bis zum nächsten Lohn, nie als Dauerlösung.
Kreditfähigkeit und Kartenlimite
Auch bevor ein Herausgeber eine Karte mit Teilzahlungsoption oder eine Überziehungslimite gewährt, muss er Ihre Kreditfähigkeit prüfen. Daraus ergibt sich Ihre Limite. Zwei Punkte sind wichtig:
- Eine hohe Kartenlimite und offene Teilzahlungssalden können Ihren Spielraum für einen späteren Privatkredit oder eine Hypothek verringern.
- Gesperrte Karten und Zahlungsausfälle werden bei der ZEK gemeldet und belasten Ihre Bonität über Jahre. Mehr dazu im Ratgeber Kredit trotz schlechter Bonität.
Kartenschulden loswerden: Schritt für Schritt
- Keine neuen Einkäufe mit der Karte: Bis der Saldo abbezahlt ist, mit Debitkarte oder bar bezahlen.
- Festen Betrag statt Mindestzahlung überweisen: Mit dem Rechner oben sehen Sie, wie viel Zeit und Zins das spart.
- Limite senken lassen: Das schützt vor neuen Schulden.
- Saldo ablösen: Ein Privatkredit zu einem tieferen Zins kann den Kartensaldo ersetzen, mit fester Rate und festem Ende. Siehe Kredit ablösen.
- Teilzahlungsoption deaktivieren, wenn der Herausgeber das anbietet, oder auf eine Karte ohne Kreditoption wechseln.
- Hilfe holen: Wenn mehrere Karten und Kredite gleichzeitig offen sind, beraten die anerkannten Fachstellen von Schuldenberatung Schweiz kostenlos oder günstig.
Weitere Kosten der Kreditkarte
Neben den Zinsen können je nach Karte und Herausgeber weitere Kosten anfallen:
- Jahresgebühr, bei vielen Karten inzwischen ganz oder unter Bedingungen erlassen
- Gebühren für Zahlungen in Fremdwährung oder im Ausland
- Gebühren für Bargeldbezüge mit der Kreditkarte, oft hoch und teilweise mit sofortiger Zinsbelastung
- Gebühren für Papierrechnungen, Mahnungen oder Ersatzkarten
Die Höhe dieser Gebühren unterscheidet sich stark. Sie steht in der Gebührenübersicht des Herausgebers.
Prepaid- und Debitkarte als Alternative
Wer die Kontrolle über seine Ausgaben behalten möchte, ist mit einer Debitkarte oder einer Prepaidkarte gut bedient. Beide sind heute online, im Ausland und bei Reservierungen fast überall einsetzbar. Mit einer Prepaidkarte ist eine Verschuldung ausgeschlossen, mit einer Debitkarte nur, wenn die Bank einen Überzug zulässt. Viele Schweizer Banken und Neobanken geben eine Debitkarte zum Konto kostenlos ab, siehe Kostenloses Bankkonto in der Schweiz.
Häufige Fragen zu Kreditkarte und Überziehungskredit
Wie hoch ist der maximale Zins bei Kreditkarten in der Schweiz?
Für Kreditkarten mit Kreditoption und Überziehungskredite gilt seit 1. Januar 2026 ein Höchstzins von 12 %. Für Barkredite liegt er bei 10 %.
Fallen Zinsen an, wenn ich die Rechnung vollständig bezahle?
Nein. Wer die Monatsrechnung vollständig und fristgerecht bezahlt, zahlt in der Regel keine Kartenzinsen. Zinsen entstehen erst bei Teilzahlung oder Zahlungsverzug.
Ist es schlimm, nur die Mindestzahlung zu leisten?
Es ist teuer. Weil die Mindestzahlung mit dem Saldo sinkt, kann die Rückzahlung viele Jahre dauern. Ein fester, höherer Monatsbetrag spart viel Zeit und Zins.
Lohnt sich ein Privatkredit, um Kreditkartenschulden abzulösen?
Meist ja, wenn der Kreditzins deutlich tiefer ist und Sie die Karte danach nicht wieder belasten. Sie haben dann eine feste Rate und ein festes Ende.
Habe ich bei einem Überziehungskredit ein Widerrufsrecht?
Bei einer vereinbarten Überziehungslimite ja. Für stillschweigend geduldete Überziehungen besteht kein Widerrufsrecht nach KKG.
Wird meine Kreditkarte bei der ZEK gemeldet?
Kartenherausgeber melden Anträge und Verträge sowie Probleme wie Sperrungen oder Ausfälle an die ZEK. Pünktliche Zahlungen schaden Ihrer Bonität nicht.
Weitere Kredit-Ratgeber für die Schweiz
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Rechts- oder Finanzberatung. Gesetzliche Werte geprüft am 14. Oktober 2026 (KKG, VKKG/EJPD). Gebühren und Mindestzahlungen legt jeder Herausgeber selbst fest. kreeu.com gibt keine Karten aus und vermittelt keine Kredite.





